Heute ist heute, morgen ist morgen

Wenn mir »Emma denkt.« etwas Tag für Tag aufs Neue zeigt, dann, dass man mit den eigenen Dämonen nie ganz alleine ist und so manch andere um einen herum heimlich, still und leise ähnlich empfinden und leben.

Glaub mir, da draussen sind mehr Menschen, die nachvollziehen können, was dich so schmerzt, traurig macht und verfolgt, als du glaubst. Du bist damit nicht alleine.

Vielleicht weisst du, weshalb dir manches schwer fällt, wo die Mechanismen liegen, die dich wieder und wieder straucheln lassen. Das heisst dennoch nicht, dass du mit Wissen alleine all das ungeschehen und dich zu einem anderen Menschen ohne Geschichte umformen kannst. Oder sollst.

Ich glaube, alles hinterlässt Spuren. Das bedeutet aber auch, dass es von hier aus, jenseits der Gegenwart weiterhin so sein wird. Nichts ist in Stein gemeisselt, keine Entwicklung stoppt mit einem Mal, keine Vergangenheit lässt einen Stehenbleiben.

Alles, was ab diesem Moment kommt und wird, jede deiner Entscheidungen, alles was dir widerfährt, formt dich, deine Wahrnehmung, dein Leben und deinen Weg weiter.

Auch wenn sich vieles andauernd zu wiederholen scheint. Ich meine, es gibt keine Wiederholung, du bist bereits jetzt nicht mehr dieselbe Person, die du warst, als du diesen Text zu lesen anfingst.

Und so glaube ich, dass die zugegegeben verdammt grosse Leistung, die du zu vollbringen hast, nicht darin liegt, jemand anders zu werden oder »du« in besser, sondern den Mut zu entwickeln, als du, so wie du hier und heute bist, Schritt um Schritt hinaus ins Leben und in Richtung Zukunft zu machen.

Vielleicht wird es ein Stück weit immer ein Kampf bleiben, dieses Leben – aber ich stehe in Gedanken an deiner Seite, um gemeinsam mit dir nach vorne zu blicken und dabei deine Hand zu halten.

Heute ist heute, morgen ist morgen und wer weiss, was all die Tage bringen, die noch vor uns liegen. Lass uns jedem einzelnen davon eine Chance geben.