So tun als ob

Manchmal sitzt du da, zwischen all den lauthals tosenden und lärmenden Menschen, die sich Bekannte, Kollegen, Freunde nennen und fühlst dich, als wärst du die einzige deiner Art. Die einzige einer verschrobenen Art, die den Anschluss nicht findet. So richtig, meine ich. Die ihn vielleicht auch zu wenig sucht. So richtig, meine ich.

Und während du dich fragst, wieso und weshalb, woher das alles kommt und wohin es dich wohl führt, lärmen die anderen munter weiter. Mitten ins zentrale Nervensystem ihrer jeweiligen Gegenüber. Direkt und ohne Umwege, aber dennoch stets knapp vorbei an all dem, was zählt.

Du denkst dir, was soll‘s, wir tun ja sowieso nur so als ob. Als ob wir durchaus alleine stehen könnten. Als ob wir uns nicht heimlich aneinander festhalten müssten, um nicht der Reihe nach umzufallen wie abgeholzte Tannen. Als ob es eine Rolle spielen würde, dass es uns allen ähnlich geht, es aber nie jemand offen zugeben mag.

Und so bleibst du sitzen zwischen all den lauthals tosenden und lärmenden Menschen, die sich Bekannte, Kollegen, Freunde nennen, legst die Hände in den Schoss und lässt dich eine weitere, stumme Runde selbst außen vor. Weil man im Sitzen nun mal nicht umfallen kann. So richtig, meine ich.