Über den Rand

Manchmal ist es so still
in meinem Rippenkorb,
dass ich meine,
laut schreien zu müssen,
um irgendsoetwas wie ein
Gleichgewicht zu finden.
An anderen Tagen spüre ich
Stocken und Stolpern,
hie und da fühlt es sich an,
als wäre etwas hingefallen
und liegengeblieben.
Ich bin froh um all die
Ecken und Kanten in mir –
sich kurz anlehnen ist hier
ebenso möglich wie sich
mit geschlossenen Augen
einen Weg ertasten.
Manchmal fühlt es sich
unsagbar weit an,
mein Ich, unergründlich,
marianengrabentief.
An anderen Tagen kommt
es mir vor, als wäre da
kein Platz für alles,
was ich denke und fühle,
erinnere und mit mir trage,
wonach ich mich sehne
und wovor ich mich fürchte.
Als wären die Gefässe,
die ich bin, hin und wieder
viel zu klein und als liefe
alles über den Rand.