Von Stolpersteinen und dem Mut zu mehr

In die Schlaflosigkeit gesungen haben wir uns einmal mehr, weder sanft noch leise, mit unseren goldenen Regeln und kühnen Behauptungen, den ewigen nervenaufreibenden Diskussionen. Als ich dann so dalag, wach bis auf die Knochen, heller als der Mond je voll sein könnte und die Risse in meiner Decke sehnsüchtig mit meinem Blick nachfuhr, fast als wären es geplante Reiserouten, dämmerte es mir.

Du und ich, wir sind kein »gesucht-und-gefunden«, weder ein Geschenk vom Himmel, noch Seelenverwandte. Wir sind einander Licht und Schatten, Glück und das genaue Gegenteil, Arbeit, Mühe und eine tägliche Herausforderung. Darüber können wir uns grämen, können fluchen und toben, seufzen, dass es nunmal nicht leicht ist und auch nie leicht sein wird und uns irgendwann aufgeben, so wie man Kalligrafiekurse aufgibt oder das Rauchen. Ist eh ungesund.

Wir können aber auch einfach weitermachen, uns der Herausforderung aufrechten Herzens stellen, einander an den Händen fassen und uns wagemutig hineinstürzen, in ein Leben zu zweit. Und trotz all der Stolpersteine, die uns erwarten, all den Mühen, die wir uns gegenseitig noch bereiten werden, im Laufe der Zeit mit- und aneinander wachsen.