Wohin

Wohin mit den Nebensätzen,
die auf nichts folgen und kurz darauf
selbst in der Stille verhallen,
mit nicht wahrgenommenen Zwischentönen,
den anhaltenden Pausen vor allem,
was es vielleicht noch zu sagen gäbe?

Wohin mit zu viel gesetzten Kommata,
den Leerstellen im grossen Ganzen,
mit dir und mir, mit dem Raum,
den wir so selbstverständlich einnehmen
und der Zeit, die vor uns liegt und
gleichwohl längst vergangen ist?

Wohin und woher,
weshalb und weswegen –
Ich glaube, ich will keine Antworten,
ich möchte lieber verstehen.

Hinsehen, nachschauen, in Augen blicken,
Dinge bei einem aller möglichen Namen nennen,
diesen jedoch für einmal laut aussprechen.

Ich will mich im Verlieren vollständig fühlen
und im Vergessen bewusst, mich mit meinem
Nichtwissen heimlich verbrüdern.

Wohin und woher,
weshalb und weswegen –
lass uns Wege und Grenzen markieren,
um beides immer wieder neu in Frage zu stellen.